Keine Erwartung

 

Es ist Freitag Morgen und endlich geht es wieder ans Wasser. Wir alle kennen das Gefühl und den Drang nach einer langen Woche wieder an unserem geliebten Gewässer fischen zu können. Doch wie das so ist, muss man die Woche erst mal überstehen und mehr oder weniger erfolgreich meistern. Das Auto ist gepackt und wieder mal habe ich es geschafft meinen alten Audi so zu beladen, als würde ich Tetris spielen. Schließlich will man es zu dieser Jahreszeit gemütlich und warm haben. Um diesen Komfort erreichen zu können, bepacke ich das Auto dann doch lieber mit zu viel als zu wenig. Zwei Nächte liegen vor mir und ich bin riesig gespannt darauf, ob sich nicht der ein oder andere Karpfen überlisten lässt. Bewaffnet mit meinen Ködern von IFS Baits und einem breiten Grinsen im Gesicht begebe ich mich zu einem 20 Hektar großen Baggersee. Der Wasserstand war extrem niedrig und das Wasser glasklar.

Seit einigen blieb die Außentemperatur konstant, worauf ich mir noch mehr einbildete. Am Wasser angekommen entschied ich mich einen Platz zu befischen der immer wieder attraktiv aussah, mir jedoch nie Fisch lieferte. Einmal pro Jahr wollte ich mich doch an diesen Platz setzen, da das Verlangen groß war genau an dieser Stelle einen Karpfen präsentieren zu können. Schließlich lagen hier die tiefsten Stellen des Baggersees mit knapp 3 Meter. Leider lieferten mir die letzten Wochen nicht genug Fische, um sagen zu können wo genau sich die Karpfen im Moment aufhalten.

Des Weiteren muss ich dazu sagen, dass ich mich ebenfalls an diese Stelle setzte, mit den Hintergrundwissen, dass ich in knapp zwei Wochen ja eh wieder am See sei und mir einen anderen Platz suchen könnte, wenn ich keinen Erfolg haben sollte. Die Stellen befischte ich also ohne jegliche Erwartungen. Da es im November schon ziemlich früh dunkel ist, legte ich die Ruten sofort nach Ankommen auf die nicht vorgefütterten Stellen mit nur einer Hand Boilies, welche ich in Liquid tränkte. Anschließend machte ich es mir mit einem Becher Tee im Zelt bequem und beobachtete das Wasser. Glasklar, doch keine Fische zu sehen. Wieder mal verdächtig ruhig um die Fische ausfindig zu machen. Während ich noch in den frühen Morgenstunden vor mich hin träumte, in meinem extrem bequemen Schlafsack, weckte mich der Bissanzeiger mit merkwürdigen Piepsern. Enten! Eine Fußballmannschaft an Enten überquerte meinen Futterplatz und räumte ihn leer. Natürlich fiel es ihnen nicht schwer, den weisen Dumbel im klaren Wasser zu finden. Und als ich hoffte, bloß keinen von diesen Vögeln zu haken, bewegte sich der Swinger und das Viech hang. Ich versuchte das Blesshuhn auf 100 Meter Distanz her zu kurbeln, als es gegen einen 50 Liter Kanister schwamm und sich löste. Der Kanister jedoch hing und ich musste ihn bis zum Land kurbeln. Schrecklich. Aber auch das gehört zum angeln dazu. Alle Strapazen auf sich zu nehmen um den maximalen Erfolg zu erzielen. Das macht einen doch erst lebendig.

Gegen Mittags rum sprangen die Karpfen wie verrückt aus dem Wasser, nur nicht an meinem Futterplatz. Umlegen war angesagt. Die Ruten lagen jetzt komplett im Schlamm, jedoch dort wo die Karpfen rollten. Nachmittags ging ich den Karpfen fremd und konnte immerhin zwei Hechte dazu überlisten meinen Gummifisch zu inhalieren. Das Wetter war perfekt. Mild, sonnig und ein leichter Wind wehte. Zusammen mit einem guten Freund gönnte ich mir am Abend Schnitzel mit Bratkartoffeln und schlief ein. Die Nacht verlief ruhig und mal wieder weckten mich morgens die Enten. Der Regen prasselte gegen mein Zelt doch langsam durchbrach die Morgensonne die dicke Wolkendecke. Ich zog meine Wathose an verbrachte den restlichen Tag mit Spinnfischen, da die Karpfenruten keinen Laut von sich gaben. Ich lief, zusammen mit einem Freund den kompletten See ab und konnte drei weitere Hechte überlisten. Mein Camp baute ich kurz vor Sonnenuntergang ab und begab mich auf den Heimweg. Auch wenn ich dieses Wochenende keinen Bartelträger fangen konnte, war es wie immer eine geile Zeit. Ich schau jetzt schon aufs nächste Wochenende.

Erlebnisbericht von Florian Pflug für IFS Baits